Der Elchstamm hat sich seit dem zweiten Weltkrieg zahlenmäßig und ausbreitungsmäßig ausgeweitet. In Skandinavien hat sich der Elch zu einer Landplage entwickelt. Dort und im Baltikum gibt es weltweit die dichtesten Elchpopulationen. Die Anzahl der allein in Skandinavien bei der Elchjagd geschossenen Elche ist größer als die in den übrigen Verbreitungsgebieten weltweit erlegten Elche.
Schweden
Mit Ausnahme von Gotland kommt der Elch in ganz Schweden vor. Die Elchpopulation liegt heute im Juni zwischen 300.000 und 400.000 Tieren. Etwa 100.000 bis 120.000 davon werden jedes Jahr bei der herbstlichen Elchjagd geschossen. Die starke Vermehrung der Elche wird durch die Art der schwedischen Forstwirtschaft begünstigt.
Großflächige Abholzungen verursachen Kahlschläge, die dann wieder aufgeforstet werden. In diesen Gebieten findet der Elch frische, besonders reichhaltige Schösslinge.
Besonders viele Elche im Verhältnis zur Fläche leben auf dem Halleberg und Hunneberg. Während des dänischen Krieges, der Bassefehde um 1500, rottete die Bevölkerung, die 7 Jahre lang auf den Bergen belagert wurde, den Elch aus. Auf den Bergen erholte er sich nach schweren Sturmschäden erst im Jahre 1863 wieder, als reichlich junge Pflanzen und Bäume auf den Kahlschlägen nachwuchsen. Im Jahre 1868 sichtete man wieder den ersten Elch. Ende des 19. Jahrhunderts war die Elchpopulation so groß, dass die neu angepflanzten jungen Kiefernwälder sich kurz vor der Zerstörung befanden. Zu diesem Zeitpunkt fand zur Dezimierung des Elchbestandes die erste Königsjagd auf den Bergen statt.
In ganz Südschweden war der gesamte Elchbestand Ende des 18. Jahrhunderts fast vernichtet, weil die Elche stark bejagt worden waren, sowohl durch den Menschen als auch durch Raubtiere. Um dem entgegen zu wirken entschieden sich die Behörden, dass eine Jagdzeit für Elche eingeführt werden sollte. Seitdem hat sich der Elchbestand wieder erholt, viel zu gut meinen die Waldbesitzer, die ihre Kiefernsetzlinge gefährdet sehen.
Norwegen
In Norwegen gibt es heute etwa 200.000 Elche. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts lebten sie nur im Osten Südnorwegens und in Trøndelag, aber mit wachsenden Beständen dehnte sich das Verbreitungsgebiet west- und nordwärts aus. Heute ist der Elch in den Waldgebieten im ganzen Land außer dem Fjordland, den Lofoten und der nordnorwegischen Küste heimisch. Den höchsten Elchbestand haben die Fylker Hedmark und Nord Trøndelag.
In ganz Skandinavien hat der Elch auch schon in der Vorzeit eine bedeutende Rolle gespielt. Hier eine Felszeichnung aus Alta in Nord-Norwegen, die zwei trächtige Elchkühe darstellt.
Finnland
In Finnland leben vor dem Start der jährlichen Jagdsaison etwa 200.000 Elche. Im Jahr 2002 wurden bis zu 80.000 Elche für die Jagd freigegeben. Die Winterpopulation beläuft sich somit auf rund 120.000 Elche.