Beim Elch unterscheidet man drei Gangarten: Den Schritt, den Trab und den Galopp. Die Schrittlänge beträgt zwischen 1 und 2 Meter im Schritt und 2,5 bis 3 Meter manchmal bis zu 4 Meter im Trab.
Elche können täglich eine Strecke von bis zu 5 km wandern. Wenn sie sich im Gelände bewegen, nehmen sie den bequemsten Weg, der am meisten Schutz bietet. Sie benutzen auch Wechsel, jedoch in längeren Zeitabständen. An besonders günstigen Orten, vor allem an großen, nahrungsreichen Gewässern bleiben sie allerdings häufig einen ganzen Sommer lang und bewegen sich nur wenig fort.
Trittsiegel
Fährte eines langsam ziehenden Elches. Die hinteren Abdrücke überlagern die vorderen.
Trab mit leicht gespreizten Schalen.
Die Fährte variiert sehr je nach Alter und Geschlecht des Tieres. Das Trittsiegel des Bullen ist größer, breiter und vorne stumpfer als das längliche Trittsiegel der Kuh. Ebenso sind die Schritte des Bullen länger als die der Kuh. Die Schrittweite kann bei Sprüngen bis zu 3,5 m betragen.
Die normale Fortbewegungsgeschwindigkeit beträgt 15 km/h.
Die gewöhnliche schnelle Gangart ist der Trab (Troll), er ist die bemerkenswerteste Gangart des Elchs. Ein Elch läuft in dieser Gangart bis zu 10 km am Stück ohne außer Atem zu geraten oder zu ermüden.
Diesem federnden ebenmäßigen und kraftvollen Trab kann ein Pferd nur im Galopp folgen. Der Rumpf scheint in gleicher Höhe zu verharren, während die Vorderläufe fast bis zur Waagerechten gehoben werden. Das Anschlagen der Afterklauen verursacht an die Ballen ein eigentümliches Knacken. Im allgemeinen bewegen sich Elche im Kreuzgang, sie traben aber auch im Passgang.
Der Elch galoppiert auch auf der Flucht selten, meistens nutzt er den o. a. Fluchttrab. Er flieht nur bei plötzlichem Erschrecken und nur über kurze Strecken.Der Körperbau des Elchs ist auch eher für Trab als für Galopp geeignet.
Das zeigt sich deutlich darin, dass ein Elch im Trab aussieht, als würde er dahin gleiten, während ein galoppierender Elch eher schwer und ungelenk wirkt. Es sind auch fast ausschließlich leichte Tiere, wie Kälber und Jungtiere, die überhaupt galoppieren. Denn für einen schweren voll ausgewachsenen Elch bedeutet Galopp eine ungeheure Anstrengung, bei der der gesamte Körper bei jedem Sprung vom Boden abgehoben werden muss.
Die Fluchtgeschwindigkeit auf kürzeren Strecken liegt zwischen 56 und 60 km/h. Diese Geschwindigkeit erreicht er sogar in schwierigem Terrain mit Hindernissen. Dabei flieht er eher in Senken als auf Höhen und wählt immer den Weg durch den Wald als durch Äcker oder Kahlschläge. Muss er ein Moor überqueren, nimmt er stets die schmalste Stelle. Im Fluchttrab greifen die hinteren Läufe weit vor die vorderen.
Der Elch ist eigentlich kein Springer, so wie andere Huftiere, jedoch überwindet er durch sein beachtliches Sprungvermögen Hindernisse bis 1,50 Meter Höhe ohne Schwierigkeiten. Es wurde auch schon festgestellt, dass der Elch ohne Schwierigkeiten seine eigene Höhe zu überspringen vermag. Schneetiefen von mehr als einem Meter bereiten ihm wegen seiner langen Beine ebenfalls keine besonderen Schwierigkeiten.
Allerdings wendet er im Winter nur im Fluchtfalle höhere Geschwindigkeiten an. Schnelles Fortbewegen im Schnee kostet zuviel Energie. Auch die Kälber sparen im Winter Energie, indem sie förmlich in die Fußstapfen der Mutter treten. Jeder Hufabdruck der Mutter wird demnach von sechs Elchhufen nacheinander benutzt. Dieses Energiesparen erhöht die Überlebenschancen eines Elchkalbes im ersten Winter beträchtlich. Elchkälber, die ihre Mütter vor dem Winter verloren hatten, haben es schwer sich im tiefen Schnee fortzubewegen und sterben oft an Ermattung oder werden leichte Beute ihrer Feinde. Außerdem profitiert ein Kalb von der Geländekenntnis der Mutter, die aus Erfahrung zu tiefe Schneelagen meidet.
So sieht es aus, wenn ein Elch aufsteht.
Die langen Beine des Elchs ermöglichen ihm den Weg über umgefallene Bäume oder durch Schnee, der für Wölfe oder andere Hirsche unüberwindlich wäre. Die weit spreizbaren Zehen unterstützen das Gehen auf sumpfigen Untergrund oder in tiefem Schnee. Mit seiner gewaltigen Kraft und Vitalität, kann sich der Elch in fast jedem Terrain fortbewegen. Wenn er Angst hat, bricht er wie ein lärmender Bulldozer durchs Unterholz, ist aber andererseits auch in der Lage, sich fast so lautlos wie eine Katze durch den dichten Wald zu bewegen. Jäger wissen zu berichten, dass Elche so gut getarnt im dichten Gehölz stehen, dass man sie nicht bemerkt, auch wenn man sich ihnen im kurzen Abstand nähert. Außerdem verstehen es diese riesigen Hirsche, sich aus einer Gefahrenzone wegzuschleichen, ehe man sie bemerkt hat. Bei Treibjagden entkommen selbst starke Bullen ungesehen durch die Treiberkette.
Elche können hoch springen, allerdings nicht mit Anlauf wie Pferde, sondern sie praktizieren tatsächlich Hochsprung aus dem Stand und schaffen dabei bis zu 2 Meter Höhe.